Mangelnde Zusammenarbeit mit den Vereinen 

Das Verhältnis vieler Vereine zur Stadt Fürstenwalde kann man mittlerweile als frostig bezeichnen. Schon kurze Zeit nach dem Amtsantritt von Bürgermeister Rudolph wurden die mit verschiedenen Vereinen bestehenden Pachtverträge für Sporthallen und Sportplätze durch die Stadt gekündigt. Ziel war es, die Verträge zu vereinheitlichen und rechtssicher zu gestalten. Gespräche mit den Vereinen wurden aber erst im Nachhinein und nach Protesten gesucht. Der damalige Erste Beigeordnete, Herr Wichary, versuchte in mehreren gemeinsamen Sitzungen mit den Vereinen einen Rahmen für neue Pachtverträge zu erarbeiten. Seit seinem Weggang ruht der Prozess. Es gibt bis heute keine neuen Verträge. Es ist teilweise eine rechtliche Grauzone entstanden, die erst bei einem Schadensfall akut wird.

Besonders betroffen sind die beiden größten Vereine der Stadt, die BSG Pneumant und der FSV Union. Für Union wurden die von der Stadt über Jahre gezahlten Bewirtschaftungskosten für das Friesenstadion auf den vor vielen Jahren einmal vereinbarten Basisbetrag von 80.000 €  reduziert mit der Folge, dass Jahr für Jahr in Abhängigkeit von der Haushaltssituation  der Stadt die weitere erforderliche Finanzierung durch die Stadtverordnetenversammlung bereitgestellt werden muss.

Die BSG Pneumant wurde von Bürgermeister Rudolph als CDU-Verein tituliert und ist bis heute mit einer Klage zu dem im Schwapp durchgeführten Rehasport konfrontiert.

Der Neubau des Sozialgebäudes im Pneumant-Sportforum geriet zu einer Zitterpartie. Es war für Beobachter nur allzu offensichtlich, dass seitens der Stadt von einer fördernden Begleitung des Projekts keine Rede sein konnte. Solche Missachtung ehrenamtlich Tätiger fördert weder die weitere Ideenfindung noch ehrenamtliches Engagement.

Bezeichnend für die Vorgehensweise des Bürgermeisters ist auch die völlig absurde Diskussion um eine neue Schwimmhalle. Da wurden bei Vereinen Bedarfe abgefragt und Hoffnungen geweckt nach dem Motto: „Wünsch dir was“, ohne auch nur im Geringsten zu kommunizieren, dass die Finanzierung einer solchen Halle völlig ungeklärt ist und sie nur deshalb ins Gespräch gebracht wurde, weil der Bürgermeister das Schwapp zum Abriss freigeben wollte.

Die Personalsituation im Amt 41 (Kultur und Sport) im Rathaus ist nach Kündigungen inzwischen so prekär, dass Vereinen, die das Schwapp und städtische Hallen nutzen, seit einem Jahr keine Rechnungen mehr gelegt worden sind oder diese fehlerhaft sind.

Der Zustand vieler städtischer Hallen in Bezug auf Reinigung und Kleinreparaturen hat sich sehr stark verschlechtert. Teilweise reinigen Sportler vor dem Trainings- und Spielbetrieb selber die Halle. Das hängt wiederum mit der Entwicklung im Schwapp zusammen. Die fehlende Perspektive dort, der damit verbundene Weggang von Mitarbeitern hat auch Konsequenzen für die städtischen Hallen, weil diese wie das Schwapp durch den städtischen Eigenbetrieb FSF bewirtschaftet werden.

4 Jahre Rudolph haben dazu geführt, dass sich auch im Sport der Egoismus verstärkt hat. Die Praxis, ohne vorheriges Gespräch Tatsachen schaffen zu wollen, lässt keine vertrauensvolle Zusammenarbeit entstehen. Vereine arbeiten gegeneinander oder müssen darauf achten, nicht gegeneinander ausgespielt zu werden.

Das ehrenamtliche Engagement, auf dem der Sport in den Vereinen beruht, könnte eine deutlich bessere Förderung und Unterstützung gebrauchen, aber daran fehlt es.

Der gute Ruf Fürstenwaldes als Sportstadt ist in Gefahr.